Bitumen: Ein Stoff mit Geschichte.

Bitumen ist das älteste bekannte Mineralölprodukt. In der Natur kommt es als Bestandteil von Asphalt und Asphaltgestein vor, die sich in langen geologischen Zeiträumen durch Verdunsten der leichter siedenden Anteile des Erdöls gebildet haben.
Natürliche Vorkommen von Bitumen in Form von Asphalt und Asphaltgestein waren schon 3000 v.Chr. in Mesopotamien bekannt. Naturasphalt verdrängte den damals üblichen Lehmmörtel beim Mauerbau. Schon zu dieser Zeit setzte man im Nahen Osten und in Indien Asphalt im Straßenbau und zur Abdichtung gegen Wasser ein. In der mittelalterlichen Heilkunde fand Bitumen als Bestandteil von Salben und Pasten Verwendung.

Der industrielle Einsatz von Bitumen begann im vorigen Jahrhundert mit der Zunahme des motorisierten Verkehrs. Um die steigende Nachfrage nach Kraftstoffen und Brennstoffen zu befriedigen, bauten die Erdölraffinerien ihre Verarbeitungskapazitäten kontinuierlich aus. Dadurch konnte auch Bitumen, das bei der Rohölverarbeitung anfällt, in der benötigten Menge und Qualität hergestellt werden.

Heute ist Bitumen der bestimmende Baustoff im Asphaltstraßenbau und unentbehrlich bei der Herstellung von Abdichtungsmaterialien für den Hoch- und Tiefbau. 2010 wurden in Deutschland rund 2,5 Mio. t Bitumen verarbeitet, davon 1,9 Mio. t im Straßenbau.

Diese Verbrauchszahlen dokumentieren den bedeutenden Beitrag des Bitumens bei Ausbau und Unterhaltung unseres modernen Straßennetzes.

Die in der Arbeitsgemeinschaft der Bitumen-Industrie e.V. (ARBIT) vertretenen Unternehmen vertreiben in Deutschland und im benachbarten Ausland Bitumen aus neun Raffinerien mit Bitumenproduktion und einem Bitumenwerk. Durch die regionale Verteilung der Produktionsstandorte ist die zuverlässige Versorgung der weiterverarbeitenden Industrie im gesamten Bundesgebiet mit Bitumen sichergestellt.