Vom Rohstoff zum Werkstoff.

Durch ihre Entstehungsgeschichte in langen geologischen Zeiträumen weisen Erdöle die unterschiedlichsten Zusammensetzungen auf. Man unterscheidet sie beispielsweise nach dem spezifischen Gewicht in leicht und schwer oder nach niedrigem und hohem Schwefelgehalt. Für die Herstellung von Bitumen sind nur relativ wenige der weltweit vorkommenden Rohöle geeignet.

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Von den Ölfeldern gelangt das Rohöl durch Rohrleitungen (Pipelines) zum Verschiffungshafen oder direkt in die Raffinerie. Dort beginnt die Verarbeitung nach dem Prinzip der fraktionierten Destillation in modernen zwei- oder mehrstufigen Anlagen.

In der ersten Stufe wird das Rohöl nach Erwärmung unter atmosphärischem Druck destilliert. Dabei verdampfen und kondensieren Benzin und Mitteldestillate. In der zweiten Stufe, der Vakuum-Destillation, werden aus dem Rückstand der ersten Stufe unter vermindertem Druck weitere Bestandteile abdestilliert. Es verdampfen Öle, die zum Teil als Einsatz für Konversionsanlagen oder zur Herstellung von Schmierölen verwendet werden. Zurück bleibt das Bitumen, das gezielt durch Auswahl des eingesetzten Rohöls und der Verarbeitungsschritte hergestellt wurde.

Die verschiedenen Bitumenarten werden nach ihrer Herstellungsweise oder ihren Anwendungsgebieten unterschieden in Destillationsbitumen, Polymermodifizierte Bitumen (PmB), Hochvakuum- und Hartbitumen und Oxidationsbitumen.