Gussasphalt: Vielfalt.

Gussasphalt hat sich als Straßen- oder Bodenbelag, der auch höchsten Beanspruchungen standhält, vielfach und langjährig bewährt, ist beständig gegenüber Witterungseinflüssen und Streusalzen und besitzt eine griffige Oberfläche. Er besteht aus groben und feinen Gesteinskörnungen, Füller und Straßenbaubitumen, Polymermodifiziertem Bitumen oder einem Gemisch aus Straßenbaubitumen und Naturasphalt als Bindemittel. Das Gesteinskörnungsgemisch ist hohlraumarm zusammengesetzt, sodass seine Hohlräume vollständig mit Bitumen ausgefüllt werden und darüber hinaus noch ein geringfügiger Bitumenüberschuss im heißen Zustand besteht. So entsteht eine gießbare und verstreichbare Masse, die absolut dicht ist und nach dem Einbau nicht mehr verdichtet werden muss (deshalb auch der Name „Gussasphalt“).

Der Einbau erfolgt mit speziellen Einbaubohlen oder von Hand. Da an der Oberfläche ein „Mörtelspiegel“ aus feinen Bestandteilen und Bindemittel entsteht, muss die Anfangsgriffigkeit durch gleichmäßiges Aufstreuen und Einwalzen von feinkörnigem Splitt erhöht werden. Dabei ergeben sich speziell für den kommunalen Bereich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten durch Variation des Materials.

Gussasphalt besitzt kein in sich abgestütztes Korngerüst, die Lastabtragung erfolgt größtenteils über das Bindemittel, das deshalb erheblich steifer sein muss (härteres Bitumen, mehr Füller) als z.B. beim Asphaltbeton. Das erfordert aber deutlich höhere Herstellungs- und Einbautemperaturen. Durch die Variation von Splittgehalt, Brechsandanteil und Bitumengehalt lassen sich Verarbeitbarkeit und Verformungsbeständigkeit umfassend steuern, während die Griffigkeit weitgehend vom eingebundenen Abstreusplitt bestimmt wird.

Lärmtechnisch optimierter Gussasphalt besteht aus einem Mischgut mit möglichst kleinem Größtkorn und wird nach dem Einbau mit einem engkörnigen Material abgestreut. Daraus ergibt sich eine ebene und gleichmäßige Oberflächentextur, die den Schalldruck beim Überfahren deutlich reduziert.

Deckschichten aus Gussasphalt sind aufgrund ihrer Zusammensetzung sehr verschleißfest, im höchsten Maße witterungs- und alterungsbeständig und deshalb sehr dauerhaft. Wo Bauarbeiten unter schwierigen Randbedingungen durchgeführt werden müssen, die einen maschinellen Einbau nicht zulassen (zum Beispiel der Umbau von Kreuzungen unter Verkehr mit entsprechender Aufteilung in kleinere Arbeitsabschnitte sowie kleinflächige Arbeiten in Zwickeln oder im Bereich vieler Einbauten und auch bei Brückenbauwerken), lässt sich eine gute Qualität nur mit Gussasphalt erzielen. Gussasphalt ist schließlich der ideale Baustoff für Entwässerungsrinnen, weil sich damit „auf den Millimeter genau“ arbeiten lässt; gerade bei Stadtstraßen mit geringem Längsgefälle, wo Pendelrinnen mit geringen Neigungen notwendig werden, ist das wichtig.