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Der richtige Weg: Wiederverwendung


Trotz ausreichender Reserven muss mit dem Rohstoff Erdöl sparsam umgegangen werden. Die Asphaltindustrie ist auf dem richtigen Weg: ausgebauter Asphalt wird nicht als Abfall entsorgt, sondern weitgehend wiederverwendet.

Bitumen eignet sich wie kein anderer Baustoff für eine Mehrfachverwendung. Der Vorgang von temperaturbedingter Erweichung und Erhärtung ist umkehrbar. Durch diese Eigenschaft des Bindemittels Bitumen kann Asphalt vollständig wiederverwendet werden. Dies geschieht in erster Linie in den Mischwerken durch Zugabe von Ausbauasphalt zu neu gemischtem Asphalt. Die überwiegende Zahl der Mischwerke in Deutschland verfügt über entsprechende technische Einrichtungen. Die Wiederverwendung ist heute flächendeckend gewährleistet.

Daneben gibt es Verfahren zum Recycling von Asphaltbelägen direkt an der Baustelle. Die vorhandene alte Deckschicht wird erwärmt, abgehoben und durch Zugabe von Mineralstoffen, Bitumen oder neuem Asphalt qualitativ verbessert und wieder eingebaut. Aber auch andere Verwendungsarten sind möglich. Ausgebauter Asphalt hat sich unter anderem als Füllstoff für Lärmschutzwände bewährt.

Anlage zur Aufbereitung von Ausbauasphalt
Anlage zur Aufbereitung von Ausbau-Asphalt

Die Menge des wiederverwendeten Ausbauasphalts beträgt inzwischen jährlich 12 Mio. t. Bei einem Gesamtanfall von 15 Mio. t bedeutet dies, dass rund 80 Prozent des ausgebauten Asphaltes als vollwertiges Produkt dem Wiedereinbau zugeführt werden konnte. Wie kaum ein anderer Industriezweig erfüllt die Asphaltindustrie damit die Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Auch die Verwendung alter, teerhaltiger Ausbaustoffe ist möglich, wenn sie nicht erwärmt werden. Hierfür wurden Verfahren entwickelt, mit denen auf kaltem Wege, durch Bindung mit Bitumenemulsionen, Asphalt für untere Tragschichten hergestellt werden kann. Dies ist ein Beispiel dafür, wie sich Umwelt- und Entsorgungsprobleme mit Bitumen lösen lassen, weil Bitumen umweltschädliche Stoffe so einkapselt, dass keine Abgabe an die Umgebung (Luft, Grundwasser, Boden) erfolgt.

Bitumen ist kein Teer

Bitumen wird häufig mit Teer verwechselt, aber das einzig Gemeinsame der beiden Produkte ist die schwarze Farbe. „Die Straße wird geteert“, sagt man immer noch, wenn die Fahrbahn eine neue Asphaltschicht erhält.

Teere sind völlig andere Produkte. Sie werden aus Braunkohle und Steinkohle gewonnen und enthalten hohe Anteile an gesundheitsschädlichen polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Daher dürfen Teerprodukte in Deutschland nicht als Baustoffe verwendet werden. Die Vermischung von Teer mit Bitumen wurde bereits in den 80iger Jahren eingestellt.

Die Begriffsverwirrung ist auch dadurch verstärkt worden, dass bis 1983 sowohl Bitumen als auch Teer, Pech und Asphalt unter dem Oberbegriff „Bituminöse Stoffe“ zusammengefasst wurden.

Heute wird eindeutig zwischen Bitumen und Steinkohlenteerpech unterschieden, da es sich um grundverschiedene Stoffgruppen handelt. Der Oberbegriff für Bitumenprodukte lautet gemäß DIN EN 12597 „Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel“. Auch mit „Asphalt“ dürfen nur bitumenhaltige, also teerfreie Gemische bezeichnet werden.

Reichen die Reserven?

Im Zusammenhang mit dem Einsatz von Bitumen wird oft die Frage nach der Versorgungssicherheit gestellt. Wie lange ist der Bau- und Werkstoff Bitumen noch verfügbar?

Bitumen ist ein Mineralölprodukt, seine Verfügbarkeit hängt von der Höhe der Erdölvorräte ab. Durch die Erschließung neuer Ölfelder und verbesserter Fördertechniken hat sich die Menge der nachgewiesenen Reserven trotz steigender Förderung ständig erhöht. Sie sichert zur Zeit den Weltverbrauch für mehr als 40 Jahre. Hierbei sind nur die mit heutiger Fördertechnik wirtschaftlich erschließbaren Lagerstätten berücksichtigt.

Die Verfügbarkeit der für die Bitumenherstellung geeigneten Rohöle beschränkt sich auf die klassischen Herkunftsländer Venezuela, Saudi-Arabien, Iran, Irak und Russland. Aber selbst wenn sich die Bedarfsstrukturen verändern, ist eine Verknappung nicht zu erwarten. Die Versorgung mit Bitumen in der für die verschiedenen Anwendungen erforderlichen Qualität ist für lange Zeit gesichert.

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