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Bitumen - was ist das eigentlich?


Bitumen ist das älteste bekannte Mineralölprodukt. In der Natur kommt es als Bestandteil von Asphalt und Asphaltgestein vor, die sich in langen geologischen Zeiträumen durch Verdunsten der leichter siedenden Anteile des Erdöls gebildet haben.

Aufgrund seiner biologischen Herkunft besteht Bitumen hauptsächlich aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Andere Elemente, wie Schwefel, Sauerstoff und Stickstoff, spielen eine untergeordnete Rolle und Metalle lassen sich nur in Spuren nachweisen.

Bitumen wird großtechnisch in Raffinerien hergestellt. Durch Destillation geeigneter Rohöle gewinnt man ein dunkelfarbiges Gemisch organischer Substanzen, dessen Fließverhalten ( Viskosität) sich mit der Temperatur verändert. Bitumen sind also thermoviskose, in der Wärme formbare Stoffgemische. Bei normalen Temperaturen halbfest bis springhart, werden sie bei Erwärmung erst knetbar, dann zähflüssig und schließlich zwischen 150 und 200° C dünnflüssig. Beim Abkühlen nehmen sie wieder ihre ursprüngliche Beschaffenheit an.

Gerade diese Eigenschaften machen Bitumen zu einem für viele Anwendungszwecke hervorragend zu verarbeitenden Werkstoff.

Wirtschaftsgut Bitumen

Die natürlichen Vorkommen von Bitumen in Form von Asphalt und Asphaltgestein waren schon 3000 v.Chr. in Mesopotamien bekannt. Naturasphalt verdrängte den damals üblichen Lehmmörtel beim Mauerbau. Schon zu dieser Zeit setzte man im Nahen Osten und in Indien Asphalt im Straßenbau und zur Abdichtung gegen Wasser ein. In der mittelalterlichen Heilkunde fand Bitumen als Bestandteil von Salben und Pasten Verwendung.

Der industrielle Einsatz von Bitumen begann im vorigen Jahrhundert mit der Zunahme des motorisierten Verkehrs. Um die steigende Nachfrage nach Kraftstoffen und Brennstoffen zu befriedigen, bauten die Erdölraffinerien ihre Verarbeitungskapazitäten kontinuierlich aus. Dadurch konnte auch Bitumen, das bei der Rohölverarbeitung anfällt, in der benötigten Menge und Qualität hergestellt werden.

Heute ist Bitumen der bestimmende Baustoff im Asphaltstraßenbau und unentbehrlich bei der Herstellung von Abdichtungsmaterialien für den Hoch- und Tiefbau. 2005 wurden in Deutschland rund 3,0 Mio. t Bitumen verarbeitet, davon 2,4 Mio. t im Straßenbau.

Diese Verbrauchszahlen dokumentieren den bedeutenden Beitrag des Bitumens beim Ausbau und der Unterhaltung unseres modernen Straßennetzes.

Die in der Arbeitsgemeinschaft der Bitumen-Industrie e.V. (ARBIT) vertretenen Unternehmen betreiben in Deutschland und im benachbarten Ausland 11 Raffinerien und ein Bitumenwerk für die Herstellung bedarfsgerechter, hochwertiger Bitumenqualitäten. Durch die regionale Verteilung der Produktionsstandorte ist die zuverlässige Versorgung der weiterverarbeitenden Industrie mit Bitumen im gesamten Bundesgebiet sichergestellt.

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Bitumen verbindet. Es umhüllt die Mineralstoffe und bildet stabile Asphaltschichten
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Anlagen einer modernen Erdöl- raffinerie


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