Anwendungsgebiete im Straßenbau
Autobahnen und Bundesstraßen
Die Asphaltbauweise ist auf allen Strecken anwendbar und kann schwersten Verkehrsbelastungen und Klimaverhältnissen angepasst werden. Über 70% der deutschen Autobahnen besitzen Fahrbahndecken aus Asphalt.
Die Bautätigkeit bei den Fernstraßen beschränkt sich in zunehmendem Maße auf den Ausbau vorhandener Strecken mit zusätzlichen Fahrspuren und auf die Grundinstandsetzung und Erneuerung älterer Fahrbahnbefestigungen. Diese Arbeiten müssen unter Aufrechterhaltung des Verkehrs durchgeführt werden, wobei möglichst kurze Bauzeiten und Baulose angestrebt werden. Bedingungen, die im Hinblick auf Baustoffverhalten und Einbautechnik eindeutig für die Asphaltbauweise sprechen.
Landes- und Kreisstraßen
Diese Straßen werden heute praktisch nur noch in Asphaltbefestigung gebaut. Neben den allgemeinen Vorzügen dieser Bauweise ist hier die weitgehend rissfreie Anpassung an Frosthebungen sowie das schnellere Auftauen vereister Fahrbahnflächen nach Frostperioden von Bedeutung.
Stadt- und Gemeindestraßen
Der verhältnismäßig langsam fließende, häufig auch stehende oder ruhende Verkehr mit teilweise hohen Fahrzeuggewichten stellt an den Stadtstraßenbau zusätzliche Ansprüche. Hinzu kommt die vielfach hohe Verkehrsdichte, die nur kurze Verkehrssperrungen erlaubt und deshalb zwingend nach schneller Bauausführung bei geringer Baustellengröße verlangt. Diesen Anforderungen kommt die flexible Asphaltbauweise, vor allem im innerstädtischen Straßenbau, sehr entgegen. Das Asphalt- mischgut kann eingebaut werden, ohne angrenzende Gebäude durch Erschütterungen zu schädigen. Die fertigen Asphaltdecken dämpfen die vom Verkehr ausgehenden Erschütterungen und den Verkehrslärm.
Flächenbefestigungen im innerstädtischen Bereich
Anliegerstraßen sowie Rad- und Gehwege wurden in der Vergangenheit überwiegend mit Natursteinpflaster, Betonpflaster oder Betonplatten befestigt.
Die veränderten Lebensgewohnheiten und die steigenden Anforderungen an den Lärmschutz haben hier zu einem Umdenken bei den Stadtplanern geführt. Die Fugenlosigkeit und Ebenheit von Asphaltflächen reduzieren die Rollgeräusche und erlauben eine sichere und komfortable Nutzung für Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Inlineskater, aber auch für den Fußgänger.
Durch farbig gestaltete Asphaltbeläge lassen sich Radwege, gefährliche Übergänge und Kreuzungsbereiche kennzeichnen und erhöhen so die Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme der Autofahrer. Die optische Gestaltung von Verkehrswegen ist ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.
Ländliche Wege
Das Netz ländlicher Wege dient in erster Linie dem Verkehr landwirtschaftlicher Fahrzeuge. Es verbindet aber auch einzelne Anwesen und ermöglicht deren Zufahrt und Verkehrsanbindung.
Die Bautechnik orientiert sich daran, für den ländlichen Verkehr, meist Schlepper und selbstfahrende Maschinen, mit möglichst geringem finanziellen Aufwand ausreichende Fahrwege zu schaffen. Die Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten sollen einfach und wirtschaftlich durchführbar sein. Alle diese Fakten sprechen für die Asphaltbauweise, die durch den Einsatz weicher Bitumensorten eine rissfreie Verformbarkeit der meist einlagigen Tragdeckschichten ermöglicht.
8. Anwendungsgebiete im Straßenbau (38.75 kB)
| « Zurück - Moderner Straßenbau | Weitere Anwendungen - Weiter » |
|---|

