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Industrielle Anwendungen


Emulsions-Industrie

Eine weit verzweigte Industrie befasst sich mit der Herstellung von Bitumenemulsionen für den Straßenbau. Hierbei wird Destillationsbitumen in einem wässrigen Medium (Wasser und Emulgator) dispergiert, d.h. homogen und fein verteilt.

Bitumenemulsionen zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus: Sie sind so dünnflüssig, dass sich eine Erwärmung vor der Verarbeitung in den meisten Fällen erübrigt. Sie haben eine hohe Benetzungsfähigkeit, d.h. sie haften selbst auf feuchten Mineralstoffen. Und sie sind unbrennbar, geruchlos und umweltfreundlich. Emulsionen aus Destillationsbitumen werden für Oberflächenbehandlungen von Straßendecken im Rahmen von Unterhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen eingesetzt. Bei hohen Beanspruchungen werden Emulsionen aus polymermodifiziertem Bitumen bevorzugt.

Röhren-Industrie

In der Röhren-Industrie bewährt sich Bitumen seit Jahrzehnten als Korrosionsschutz von stählernen und gusseisernen Rohren. Die Beschichtungen sind beständig gegenüber Wasser und aggressiven Substanzen und widerstandsfähig gegen mechanische Beanspruchungen.

Zum Innenschutz der Rohre werden die Schutzschichten entweder durch Eintauchen der warmen Rohre in die heißflüssige Schutzmasse oder durch Ausschleudern der Rohre mit der Schutzmasse hergestellt. Zum Außenschutz werden Bandagen aus Glasvlies oder Glasgewebe in die heißflüssige Schutzmasse getaucht und mit speziellen Rohrwickelmaschinen mehrschichtig um die mit einem Grundanstrich versehenen Rohre gewickelt. Rohrschutzmassen auf Bitumenbasis enthalten keine löslichen gesundheitsschädlichen Stoffe. Ihre Verwendung ist auch für Trinkwasserleitungen unbedenklich.

Papier-Industrie

Um Feuchtigkeitsbeständigkeit, Wasserundurchlässigkeit und Festigkeit zu verbessern, stellt die Papier-Industrie mit Bitumen behandelte Papier- und Pappsorten her.

Man unterscheidet imprägnierte Papiere, bei denen Rohpapier ausreichender Saugfähigkeit mit weichem Bitumen getränkt wird, kaschierte Papiere, die durch Verkleben zweier Papierlagen mittels dünner Bitumenschichten hergestellt werden und beschichtete Papiere, die nur einseitig mit hartem Bitumen dünn beschichtet sind. Imprägnierte Papiere werden von der Kabel-Industrie als Isolierpapiere und im Ingenieurbau als Trenn- und Unterlagspapiere eingesetzt. Kaschierte Papiere dienen als Verpackungsmaterial zum Transport feuchtigkeitsempfindlicher oder hygroskopischer Güter.

Gummi-Industrie

Die Gummi-Industrie verwendet Bitumen vor allem als Weichmacher, um den Kautschuk geschmeidiger und für die Aufnahme von Füllstoffen geeignet zu machen. Bitumen verbessert auch die Abriebfestigkeit und Alterungsbeständigkeit des Gummis.

Kabel- und Elektro-Industrie

In der Kabel-Industrie findet Bitumen vielseitige Verwendung bei der Isolierung von metallischen Leitern sowie beim Korrosionsschutz von Land- und Seekabeln. Die Leiter werden mit Papieren oder Garnen umwickelt, die mit Bitumen imprägniert sind. Plastische Spritzmassen aus Bitumen und Füllstoffen bilden die äußere Umhüllung von Feuchtraumleitungen. Die Elektro-Industrie benötigt Bitumen für die Herstellung von Isolierlacken im Motoren- und Transformatorenbau und zur Imprägnierung von Isolierbändern. Bitumen-Vergussmassen finden bei der Produktion von Batterien, Akkumulatoren, Kondensatoren und Kabelkästen Verwendung. Neben Heißvergussmassen werden heute in zunehmendem Maße Kaltvergussmassen verarbeitet, bei denen es sich um Zweikomponentenmassen auf Bitumenbasis handelt. Auch bei Pressmassen für elektrotechnische Teile, wie Schalter und Gehäuse, wird Bitumen gebraucht.

Farben- und Lack-Industrie

Als Schutzanstriche für Stahl, Eisen und andere Metalle werden in großem Umfang Bitumenlacke eingesetzt. Diese sogenannten „mageren“ Bitumenlacke sind Lösungen von hartem Bitumen oder Gemische aus dieser Gruppe mit hochschmelzenden geblasenen Bitumensorten in Lösungsmitteln. Ofentrocknende „fette“ Lacke werden aus hochschmelzendem Bitumen zusammen mit Harzen, fetten Ölen und Lösungsmitteln hergestellt.

Auf dem Gebiet des Korrosionsschutzes finden Unterwasseranstriche auf Bitumenbasis Verwendung, die infolge der geringen Wasseraufnahme des Bitumens keine Quellerscheinungen aufweisen.

Dämmstoffe

Besondere Bedeutung besitzt Bitumen als Bindemittel für Dämm- und Isolierstoffe, die z.B. in jedem serienmäßigen Kraftfahrzeug für die Reduzierung von Innengeräuschen und Vibrationen der Karosserieteile sorgen.

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